Das Risiko immer im Griff

Januar 2017 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Das Risiko immer im Griff

Scalable Capital setzt bei der Vermögensverwaltung auf moderne Technologie

Stefan Mittnik; Mitgründer von Scalable Capital, Professor für Finanzökonometrie, LMU München
Scalable Capital / Unternehmensbeitrag

Zinsen? Nahe Null. Lebensversicherungen? Werfen kaum noch Rendite ab. Gesetzliche Rente? Reicht bald nicht mehr aus. Die meisten Deutschen wissen, dass sie sich dringend um ihren Vermögensaufbau kümmern sollten. Aber das Misstrauen gegenüber der Finanzbranche ist groß. Zu Recht. Fondshäuser knöpfen dem Anleger meist viel zu hohe Gebühren ab. Und Bankberater drängen dem Kunden oft Produkte auf, die er gar nicht braucht. In dieser Situation hilft der digitale Vermögensverwalter Scalable Capital. Er bietet eine Geldanlage mit wissenschaftlich fundiertem Risikomanagement zu niedrigen Kosten an. Wie sie funktioniert, erklärt Scalable-Mitgründer Stefan Mittnik, der auch Professor für Finanzökonometrie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ist.

Herr Professor Mittnik, was macht Scalable Capital?
Wir sind eine Online-Vermögensverwaltung. Für jeden Kunden stellen wir ein global gestreutes Portfolio aus ETFs zusammen. ETFs sind kostengünstige Fonds, die einen Wertpapier-Index nachbilden, zum Beispiel den DAX. Wie wir das Portfolio bestücken, hängt von der Risikobereitschaft des Anlegers ab.

Ein ETF-Portfolio kann sich ein Anleger mit etwas Börsenwissen auch selbst bauen. Warum soll er sein Geld von Scalable Capital verwalten lassen?
Aus zwei Gründen. Erstens gibt es rund 1.500 ETFs. Da ist es für Nicht-Profis kaum möglich, die besten auszuwählen. Und zweitens überwachen und steuern wir die Kundenportfolios fortlaufend durch unser dynamisches Risikomanagement. Das kann ein Privatanleger nicht selbst in die Hand nehmen.

Das Risikomanagement ist das Herzstück der Vermögensverwaltung von Scalable Capital. Woher wissen Sie, wie viel Risiko ein Anleger verträgt?
 Bei uns gibt es 23 Risikokategorien. Wir ermitteln die geeignete für den Kunden und stellen ihm dazu bei der Depoteröffnung entsprechende Fragen, unter anderem zu seinen finanziellen Verhältnissen und seinen Anlagezielen.
 
Weiß der Anleger auch, wie viel Risiko er damit wirklich eingeht?
 Die meisten Anbieter bezeichnen ihre Risikoklassen mit vagen Begriffen wie konservativ, moderat oder chancenorientiert. Das ist viel zu schwammig. Kein Anleger weiß, welche Verluste damit einhergehen können. Wir ordnen jeder Kategorie eine nachvollziehbare, konkrete Verlustgefahr zu, mithilfe der Risikokennziffer Value-at-Risk (VaR). Im Klartext heißt das: Wenn Sie die Risikokategorie mit einem VaR von zehn Prozent wählen, dann verliert Ihr Depot im kommenden Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent nicht mehr als zehn Prozent. So bekommen Sie einen viel besseren Eindruck, welches Risiko Ihre Anlage tatsächlich birgt.

Das Portfoliorisiko kann sich täglich ändern – je nach Börsenlage. Wie sorgen Sie dafür, dass die Verlustgefahr nicht plötzlich steigt?
 Durch den Einsatz moderner Computertechnologie. Wir ermitteln Tag für Tag für jedes Kundenportfolio den Value-at-Risk, indem wir Zehntausende Simulationsrechnungen durchführen – nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Weicht der VaR von der Vorgabe des Anlegers ab, schichten wir um. In risikoärmere Anlageklassen, wenn das Risiko über die festgelegte Schwelle zu steigen droht; in risikoreichere, wenn es darunter sinkt. So passen wir das Kundenportfolio laufend an die aktuelle Marktsituation an, und das Risiko bleibt unter Kontrolle. Anders ist das bei Vermögensmanagern, die die ETF-Portfolios ihrer Kunden lediglich in festen Abständen „rebalancen”, das heißt: die Gewichte der jeweiligen Anlageklassen auf den Ausgangswert zurückführen. In diesem Fall kann die Verlustgefahr für den Anleger enorm schwanken, denn nur die Portfolio-Gewichte bleiben hier mehr oder weniger konstant, nicht aber die Risiken.
 
Würden Sie in den Kundenportfolios einen DAX-ETF hoch gewichten, wenn Analysten deutschen Aktien besonders viel Kurspotenzial zutrauen?
Nein. Ob deutsche oder amerikanische Aktien mehr Kurspotenzial haben, weiß ich nicht. Niemand weiß das. Die Börsenforschung zeigt, dass Renditen nicht systematisch vorhersagbar sind. Trotzdem machen fast alle Finanzprofis genau das: Sie suchen fieberhaft nach besonders renditeträchtigen Märkten, Branchen oder Aktien. Das ist Lesen im Kaffeesatz. Viel treffsicherer als Renditen lassen sich Verlustrisiken vorhersagen. Wer sie im Griff hat, steigert auch seine Chancen auf überdurchschnittliche Gewinne. Denn Phasen hohen Risikos sind Phasen, in denen die Kurse eher abtauchen.

Was kostet die Vermögensverwaltung von Scalable Capital?
Unsere All-in-Jahresgebühr liegt bei 0,75 Prozent auf das durchschnittlich verwaltete Vermögen und beinhaltet auch alle Handelskosten. Hinzu kommen im Schnitt noch 0,25 Prozent pro Jahr für die ETF-Verwaltung. Die fließen aber nicht an uns, sondern an die Anbieter der Papiere, und würden auch dann fällig, wenn der Anleger die ETFs selbst gekauft hätte. Insgesamt ist Scalable Capital weit günstiger als die Geldanlage vom Bankberater. Wir schlagen auch keine versteckten Kosten oder Ausgabeaufschläge drauf, wie es in der Finanzbranche leider immer noch üblich ist.
 
Risikohinweis: Die Vermögensanlage in Kapitalmärkte unterliegt verschiedenen Risiken und kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

www.scalable.capital