»Wir sollten vertauenswürdige IT-Systeme fördern.«

Mai 2021 | Wirtschaftswoche | Risikomanagment
Risiken erkennen
Die Redaktion befragt Akteure zu aktuellen Herausforderungen für das unternehmerische Risikomanagement.
Mai 2021 | Wirtschaftswoche | Risikomanagment

»Wir sollten vertauenswürdige IT-Systeme fördern.«

Dr. Holger Mühlbauer / Geschäftsführer TeleTrusT Bundesverband IT-Sicherheit e. V.

In den meisten Unternehmen bilden die IT-Systeme das Rückgrat und die Grundlage für das Funktionieren der Geschäftsmodelle.  Daher können Probleme mit IT-Systemen zu gravierenden Schäden für das jeweilige Unternehmen führen. Dies reicht von Produktions- und Hardwareausfällen, Datenverlust und dadurch Umsatzeinbußen bis hin zur existenziellen Bedrohung des Unternehmens. Um diesen Risiken gewappnet zu begegnen und mit ihnen umgehen zu können, kommt das Risikomanagement des jeweiligen Unternehmens zum Einsatz. Es umfasst alle Maßnahmen, Risiken zu erkennen, zu analysieren, zu bewerten, zu überwachen und sie zu kontrollieren. Insbesondere vertrauenswürdige, robuste IT-Systeme, die die Probleme „Softwaresicherheit“ und „Malwarebefall“ adressieren, sollten in Deutschland gefördert werden. IT-Sicherheitslösungen müssen direkt umgesetzt werden, damit eine weltweite Vorreiterrolle in IT-Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit in Bezug auf die Leitindustrien übernommen und gehalten werden kann.

www.teletrust.de

Mai 2021 | Wirtschaftswoche | Risikomanagment

»Durch Corona sind ökonomische Risiken auf die Agenda gekommen.«

Kirsten Pedd / Präsidentin Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V.

Wenn man sich mit einem Hammer auf den Finger schlägt und es tut erst in einem halben Jahr weh – würden Sie dieses Risiko eingehen? So weit hergeholt, wie es auf Sie jetzt vielleicht wirkt, ist dieses Beispiel nicht. Es ist wie mit den Herausforderungen, die wir alle in den letzten Monaten durch die Coronakrise bewältigen mussten – und nach wie vor bewältigen müssen. Eine Gefahr einzuschätzen, die man noch nicht erlebt hat, und dafür Entscheidungen zu treffen: Das fällt uns Menschen schwer. Das Virus war neu, wir mussten unser Verhalten an die Pandemie anpassen. Die ökonomischen Risiken aber, die durch Corona auf die Agenda gekommen sind, kennen wir durchaus: Aktuell erhöhen sich die Rechnungslaufzeiten und Zahlungseingänge verzögern sich. Die Folge: Firmenpleiten drohen. Dazu muss es nicht kommen. Die Werkzeuge, um eine Insolvenz zu verhindern, sind vielfach bewährt: Am besten hilft ein vorausschauendes Forderungsmanagement – Unterstützung dafür erhält man bei Inkassounternehmen.

www.inkasso.de

Mai 2021 | Wirtschaftswoche | Risikomanagment

»Factoring ist auch während der Corona-Pandemie stabil.«

Dr. Alexander M. Moseschus / Geschäftsführer Deutscher Factoring-Verband e. V.

Die Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes haben in 2020 ein leichtes Plus von 1,3 Prozent auf nun insgesamt 279,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Factoring konnte also auch während der Corona-Pandemie dazu beitragen, die Finanzierung von Unternehmen und Lieferketten aufrechtzuerhalten. Die Kundenzahlen sanken allerdings, mutmaßlich auch pandemiebedingt, um 7,8 Prozent auf nun rund 82.400 Kunden. Die Corona-Krise hat insgesamt zu einem starken Einbruch der Wirtschaftsleistung geführt, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist in Deutschland um 4,9 Prozent auf 3,33 Billionen Euro gesunken. Factoring war hiervon allerdings bisher nicht betroffen und konnte sogar o.g. leichtes Wachstum vermelden. Wachstumsimpulse kamen insbesondere aus dem B2C-Factoring, was unter anderem verstärkten Onlineeinkäufen zuzuschreiben war. Die Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes e. V. repräsentieren rund 98 Prozent des verbandlich organisierten Factoring-Marktes in Deutschland.

www.factoring.de